vhw Mitteilungen

Bei den vhw Mitteilungen handelt es sich um die Verbandszeitschrift des  vhw. Das Inhaltsverzeichnis und den einleitenden Artikel „Auf ein Wort“  finden Sie in den folgenden Links.

vhw Mitteilungen (aktuelle Ausgabe)
Auf ein Wort

Sonstige Ereignisse und Aktivitäten

Zurückliegende Aktivitäten, Ereignisse oder Inhaltsverzeichnisse der vhw Mitteilungen finden Sie im

Archiv
Flagge Freistaat Sachsen

Sitzung des geschäftsführenden Bundesvorstands

Unter Leitung des Bundesvorsitzenden Prof. Dr. Josef Arendes trafen sich die Mitglieder des geschäftsführenden Bundesvorstands am 18. Juli 2020 an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.

Neben den Berichten aus Bund und Ländern sowie internen organisatorischen Fragen wurden die Erfahrungen aus dem Sommersemester 2020 diskutiert. Die Hochschulen waren gezwungen, in einen großen Kraftakt und unter enormen Zeitdruck Konzepte und  Infrastruktur für die virtuelle Lehre zu entwickeln, um auch ein qualitativ ansprechendes Lehrangebot anbieten zu können. Allerdings waren die Ausgangsbedingungen in den verschieden Regionen und Hochschulen sehr unterschiedlich. An Hochschulen, die schon Erfahrungen mit elektronischer Lehre haben und über Kompetenzteams für Digitalisierung verfügten, war die Umstellung leichter durchführbar. Aber alle Lehrenden mussten bei großen Engagement und Zeitaufwand auch noch ihr Leben neu organisieren bis hin zum privaten Bereich im Homeoffice. Während an den Universitäten noch eine Vorbereitungszeit von 2 Wochen über Ostern bestand, musste in einigen HAWs die Umstellung quasi über ein Wochenende beginnen. Dort wurde schnell deutlich, dass nicht überall die notwendige technische Ausstattung vorhanden war. Die Infrastruktur und Netze waren häufig überlastet und es fehlte an Support bei Digitalisierungsfragen.

Der geschäftsführende Bundesvorstand fordert daher ein Sofortprogramm zur Förderung der digitalen Infrastruktur an den Hochschulen, mit dem digitale Lernplattformen und Softwarelizenzen beschafft werden können, Server- und Speicherkapazitäten ausgebaut werden und leistungsfähigere Netzwerke zur Verfügung gestellt werden.

Weg mit alten Zöpfen – Ist das Beamtentum an Universitäten und Hochschulen noch zeitgemäß?

Weg mit alten Zöpfen – Ist das Beamtentum an Universitäten und Hochschulen noch zeitgemäß?

Auf Antrag der Fraktion der FDP fand am 13. Januar 2020 im Ausschuss für Wissenschaft und Forschung im Abgeordnetenhaus Berlin in einer Öffentlichen Sitzung eine Anhörung zum Thema „Weg mit alten Zöpfen – Ist das Beamtentum an Universitäten und Hochschulen noch zeitgemäß?“ statt. Für den Deutschen Beamtenbund und den dbb Berlin nahm der  Bundesvorsitzende des Verbands Hochschule und Wissenschaft  (vhw) Prof. Dr. Josef Arendes an der Anhörung  teil.

In seiner Stellungnahme wunderte sich Prof. Dr. Josef Arendes darüber, dass diese Frage erneut diskutiert würde. Er verwies auf die in Art. 33, Abs. 4 und Abs. 5 GG verankerten  hoheitsrechtlichen Befugnisse von Wissenschaftler/innen, beispielsweise bei der Durchführung von Staatsexamina, die für den Staat von großer Tragweise sein können. Hinzu komme, dass Professor/innen bei der Berufung mit der grundgesetzlich geschützten Freiheit von Forschung und Lehre ein besonderes Amt übertragen bekommen. Die Freiheit der wissenschaftlichen Tätigkeit erfordere wirtschaftliche Unabhängigkeit, die durch das Lebenszeitbeamtentum gesichert ist.

Gerade die „alten Zöpfe“ haben dazu beigetragen haben – so Arendes weiter – dass das deutsche Hochschulsystem international einen exzellenten Ruf genießt und bei Studierenden wie Wissenschaftler/innen aus dem Ausland stark gefragt ist. Die erfolgreiche Umsetzung des Bolognaprozesses oder die Erfolge von Exzellenzinitiative und Exzellenzstrategie wurden trotz einer bestehenden dauernden Unterfinanzierung geleistet. Im übrigen  gebe es mit der Einführung der W-Besoldung keine Gruppe innerhalb des öffentlichen Dienstes, die so stark nach dem Leistungsprinzip besoldet wird, anders als ein Aufstieg nach im TV-L niedergelegten Erfahrungsstufen.In seiner Stellungnahme wunderte sich Prof. Dr. Josef Arendes darüber, dass diese Frage erneut diskutiert würde. Er verwies auf die in Art. 33, Abs. 4 und Abs. 5 GG verankerten  hoheitsrechtlichen Befugnisse von Wissenschaftler/innen, beispielsweise bei der Durchführung von Staatsexamina, die für den Staat von großer Tragweise sein können. Hinzu komme, dass Professor/innen bei der Berufung mit der grundgesetzlich geschützten Freiheit von Forschung und Lehre ein besonderes Amt übertragen bekommen. Die Freiheit der wissenschaftlichen Tätigkeit erfordere wirtschaftliche Unabhängigkeit, die durch das Lebenszeitbeamtentum gesichert ist.

Nach Auffassung von Arendes sind die Probleme des wissenschaftlichen Nachwuchses wichtiger als die Diskussion um den Beamtenstatus der Professorenschaft. Derzeit hätten sie keine vernünftige Perspektive in der Hochschule. Der vhw fordert daher die Entwicklung neuer Personalkategorien im Hochschulbereich, damit der qualifizierte Nachwuchs an den Hochschulen gehalten wird und nicht – wie hochqualifizierte Jurist/innen oder Naturwissenschaftler/innen in ein Richteramt oder die Industrie abwandern, da sie dort bessere Aufstiegschancen und eine deutliche bessere Bezahlung erwartet. Auch ist es gerade an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften zunehmend problematisch, freie Professorenstellen neu zu besetzen. Die Verbeamtung und das Lebenszeitprinzip sind notwendig, um die Arbeitsplätze im Hochschulbereich attraktiv zu halten. Angesichts der zahlreichen Probleme, die es zu bewältigen gilt, ist die Diskussion um den Beamtenstatus eher hinderlich als förderlich.

Das Wortprotokoll der Sitzung ist unter https://www.parlament-berlin.de/ados/18/WissForsch/protokoll/wf18-046-wp.pdf  abrufbar.

Bildnachweis: © Abgeordnetenhaus von Berlin / Peter Thieme
zum Archiv